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Bundesverband Praktizierender Tierärzte e.V.

Der Flohinvasion vorbeugen

 

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Viele Tierhalter wähnen sich in der kalten Jahreszeit vor Flöhen in Sicherheit. Doch das war einmal…

Als unsere Wohnungen noch nicht so kuschelig warm gehalten wurden wie heutzutage, machten Flöhe eine Winterpause, denn ihre Lebensenergie, ihr Appetit auf Blut und Fortpflanzung sinkt bei niedrigen Temperaturen. So konnte man ab den ersten kalten Tagen die Flohbekämpfung weitgehend vergessen. Inzwischen haben sich aber unsere Hunde und Katzen an ein ständig angenehm gewärmtes Heim gewöhnt. Davon profitieren auch die unerwünschten Plagegeister. So wie Bello und Mieze finden sie es gemütlich in den warmen Stuben und denken nicht mehr an Winterruhe.

Werden Hund oder Katze im Laufe des Jahres einmal von Flöhen befallen, legen diese Tausende von Eiern. Die Floheier werden jedoch nicht auf dem Tier, sondern in der Wohnung (z. B. in Körbchen, Polstermöbeln oder Teppichen) abgelegt.

Flohkreislauf

Vor allem im Warmen entwickeln sich aus den Eiern schnell neue Flöhe, die Hund und Katze erneut befallen und wiederum Eier ablegen. Beheizte Räume bieten dafür optimale Bedingungen, sodass es gerade im Winter zu einer regelrechten Flohinvasion kommen kann. Zudem bleiben Ruhestadien der Flöhe, die Puppen, noch viele Monate gefährlich. Ohne Behandlung beginnt schnell ein Teufelskreis.

 

Flöhe – nicht nur lästig, auch gefährlich

Flohbefall führt zu quälendem Juckreiz. Betroffene Hunde und Katzen kratzen und beißen sich, es kommt zu Verletzungen und Entzündungen der Haut, teilweise sogar zu schweren Ekzemen. Bei wiederholtem Kontakt mit Flöhen kann sich eine Allergie gegen den Speichel der Parasiten entwickeln, die dauerhaft schwere Hauterkrankungen hervorrufen kann. Bei Hunden ist die Flohspeichelallergie die häufigste Hauterkrankung überhaupt. Außerdem sind Flöhe die wichtigste Überträgerquelle von Bandwürmern. Hunde und Katzen infizieren sich, wenn sie Flöhe bei der Fellpflege verschlucken. Auch können die Plagegeister mit dem Blut eines Tieres Krankheitserreger wie Viren oder Bakterien aufnehmen und diese beim nächsten Saugakt auf ein anderes Tier oder den Menschen übertragen. Denn Hunde- und Katzenflöhe können auch den Menschen befallen. Überdies kann starker Flohbefall besonders bei Welpen und kleinen Tieren zu einer lebensbedrohlichen Blutarmut führen.

 

Den Teufelskreis durchbrechen

Nur etwa 5% aller Flöhe finden sich als sichtbare Parasiten im Fell des Tieres. Um ein Flohproblem nachhaltig zu lösen, müssen also sowohl das Tier als auch die Umgebung direkt oder indirekt behandelt werden. Dazu muss strategisch vorgegangen werden. Deshalb sollte vor dem Einsatz jeglicher Mittel immer die tierärztliche Diagnose und Beratung stehen, auch der eigenen Gesundheit zu Liebe.

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Erwachsene Flöhe auf Hund und Katze werden entweder mit modernen Flohhalsbändern oder Spot-On Produkten, die auf den Nacken aufgetragen werden, abgetötet. Ob ein derartiges Präparat erst bei der Entdeckung eines Flohs oder schon vorbeugend eingesetzt werden soll, hängt davon ab, wie häufig und intensiv der Kontakt zu anderen Tieren ist. Vorsicht: „natürliche“ Substanzen vertreiben bestenfalls einen Teil der Parasiten, töten sie aber nicht ab. Deshalb sind sie nicht zu empfehlen!

Für die Behandlung von Körbchen, Kissen, Sofas und Co. sind Umgebungssprays, Dampfreiniger oder Vernebler aus der Tierarztpraxis geeignet. Zusätzlich kann man  Katzen ganzjährig mit Medikamenten behandeln, die bewirken, dass sich aus den Eiern der Flöhe später keine neuen Plagegeister entwickeln. So wird der Teufelskreis dauerhaft durchbrochen.

 

Das 3-Punkte-Programm gegen Flöhe

  1. Behandlung von Hund und Katze mit dem Ziel, erwachsene Flöhe auf dem Tier möglichst schnell abzutöten.
  2. Behandlung der Umgebung zur Abtötung der Eier und Larven bzw. Behandlung des Tieres mit einem Präparat, das die Flöhe unfruchtbar macht.
  3. Ganzjähriger vorbeugender Flohschutz, um einen Neubefall zu verhindern.

Welche Maßnahmen für das einzelne Tier und seine Menschen zu welcher Zeit sinnvoll und gesundheitlich verträglich sind, erfährt man im Beratungsgespräch in der Tierarztpraxis.


 

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Gesunde Haustiere bei Eis und Schnee

 

Wenn die Temperaturen sinken gibt es bei Hund, Katze und Co. einiges zu beachten:

 

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Atemwegs- und Hauterkrankungen, wie trockene Haut oder Juckreiz, können sich verschlimmern, wenn sich Tiere überwiegend in gut geheizten Räumen mit niedriger Luftfeuchtigkeit aufhalten. Abhilfe schaffen Luftbefeuchter und regelmäßiges Lüften.

Frostschutzmittel, die Äthylenglykol enthalten, werden von Hunden und Katzen wegen des süßen Geschmacks gerne aufgenommen und führen zu einer meist tödlichen Vergiftung. Immer sicher verwahren!

Stubentiger, die bestenfalls den Balkon kennen bilden nicht genügend Unterwolle aus, um im Winter plötzlich zum ganztägigen Freigänger erklärt zu werden. Aber auch an Freigang gewöhnte Katzen benötigen immer ein warmes Plätzchen. Der freie Zugang zum Haus, zu einem Kellerraum oder einem isolierten Verschlag mit wärmenden Materialien zum Einkuscheln muss gewährleistet sein. Übrigens: Ein kurzes Hupen vor dem Start eines noch warmen Autos hilft, Katzen zu vertreiben, die sich unter dem Motorraum aufwärmen wollten.

Schneefressen verursacht durch Kälte, im Schnee enthaltenen Schmutz und ggf. auch Streusalz bei Hunden häufig blutige Magen-Darm-Entzündungen. Deshalb sollte man es unterbinden und die Vierbeiner nicht noch durch Schneeballwerfen dazu animieren.

Streusalz und Split in großen Mengen greifen die Hundepfoten an. Hier helfen das Einreiben der Pfotenballen mit Melkfett oder Vaseline vor dem Spaziergang, um das Austrocknen der Ballen und Risse zu verhindern, und ein "Fußbad" mit lauwarmem Wasser nach dem Gassigehen. Wenn bereits Verletzungen und/oder Entzündungen bestehen oder auch vorbeugend bei empfindlichen Pfoten, leisten Pfotenschuhe gute Dienste.

Eisklumpen zwischen den Zehen, die sich vor allem bei langhaarigen Hunden während des Spaziergangs schnell bilden, stören den Hund beim Laufen und können ebenfalls Entzündungen hervorrufen. Durch das Kürzen der Haare im Zwischenzehenbereich lässt sich die Eisklumpenbildung verhindern.

Kurzhaarige Hunde frieren deutlich schneller als langhaarige mit dichter Unterwolle und müssen bei Kälte immer in Bewegung bleiben. Dies gilt für alle Tiere, wenn sie nass sind, da ihr Körper dann mehr Wärme abgibt. Nicht nur die gemessene Temperatur ist entscheidend: Ein kalter Wind lässt Mensch und Tier die Temperatur kälter empfinden als das Thermometer anzeigt und führt zur Auskühlung. An besonders frostigen oder nasskalten Wintertagen ist es vernünftiger, anstatt eines ausgedehnten Spaziergangs mehrmals täglich kürzere Spaziergänge zu unternehmen.

 

Hundebekleidung nicht immer sinnvoll

Hundebekleidung sollte nicht generell zum Einsatz kommen, in manchen Fällen kann sie aber sinnvoll sein. So zum Beispiel für:

  • Hunde mit kurzem Fell ohne ausreichende Unterwolle (z. B. Dalmatiner, Boxer, Dobermann)
  • Hunde, die kein oder zu wenig Unterhautfett haben, das sie vor Nässe oder Kälte schützen kann (z. B. Windhunde, südliche Jagdhunderasse
  • kleine Hunde zum Schutz vor nassem Bauch und damit vor Blasen- und Nierenentzündungen
  • Welpen und Junghunde, deren Fell seine volle Schutzwirkung noch nicht erlangt hat
  • ältere Hunde, die häufig unter Gelenkerkrankungen leiden
  • kranke Hunde
  • beim Hundesport zum Warmhalten der Muskulatur in Wartezeiten und zwischen aktiven Einsätzen sowie für
  • alle Hunde, die durch Zittern zeigen, dass sie frieren.
     

Bei der Auswahl der Kleidung dürfen modische Aspekte keine Rolle spielen. Was zählt, ist allein die Funktionalität. Die Bekleidung sollte aus strapazierfähigem, atmungsaktivem, wind- und wasserdichtem, weichem, waschbarem Material bestehen. Das Futter darf nicht statisch aufladbar sein. Sie muss gut passen, bei kleinen Hunden den Bauch bedecken, darf nicht auf der Haut reiben und die Bewegung behindern. Sie sollte leicht anzulegen und sicher durch stufenlos verstellbare Klett- und/oder Klippverschlüssen zu fixieren sein. Vor allem darf sich der Hund darin nicht verheddern oder gar strangulieren können. Grundsätzlich ist darauf zu achten, dass Hunde die Bekleidung nicht anknabbern, sonst besteht die Gefahr das Teile davon abgeschluckt werden und Magen-/ Darmprobleme bis hin zum Darmverschluss entstehen. Deshalb sollte die Kleidung immer direkt nach dem Spaziergang abgenommen werden. Wenn sich ein Hund mit Kleidung normal bewegt und freudig spazieren geht. bzw. wenn ein Hund, der bislang ungern bei Kälte oder feuchtkalter Witterung rausgehen wollte, mit Bekleidung dem Auffordern zum Spaziergang gerne folgt, kann man davon ausgehen, dass sich das Tier mit seiner Bekleidung auch wohl fühlt.

Das Kaninchenfell...

bietet eine gute Isolation, so dass die "Mümmelmänner" in einem wind- und wettergeschützten Stall mit Unterschlupf gut den Winter draußen verbringen können. Zur Ausbildung eines entsprechend dicken Fells müssen sie aber während des Übergangs der Jahreszeiten draußen leben. Plötzliche große Temperaturschwankungen (im Winter zum Streicheln in die warme Wohnung und dann wieder in die Kälte) vertragen solche "Freilandkaninchen" nicht.

Für Meerschweinchen...

ist Vitamin C (chemischer Name: Ascorbinsäure) lebensnotwendig. Im Winter steht kein frisches Grünfutter zur Verfügung und der Vitamin-C-Gehalt von Obst und Gemüse kann lagerungsbedingt niedrig sein. Zur Sicherstellung der Versorgung gibt man in 100 ml Trinkwasser 20-50 mg Ascorbinsäure und als Stabilisator 100 mg Zitronensäure (täglich frisch ansetzen, keine Metallgefäße verwenden). Die Substanzen sind in der Apotheke erhältlich. Empfehlenswert ist dieser Zusatz vor allem bei kranken, trächtigen oder säugenden Tieren, da diese einen erhöhten Vitamin-C-Bedarf haben.



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