Aktuelles

Mehrwertsteuer

Eine Verabschiedung durch den Bundesrat vorausgesetzt, wird die Mehrwertsteuer befristet vom 01.07.2020 bis 31.12.2020 gesenkt. Der reguläre Steuersatz sinkt dabei von 19 Prozent auf 16 Prozent, der reduzierte Steuersatz von 7 Prozent auf 5 Prozent (z. B. für Futtermittel).

 

Wir werden diese Mehrwertsteuersenkung im vollen Umfang an unsere Kunden weitergeben.

 

 

Bundesverband Praktizierender Tierärzte e.V.

Der Flohinvasion vorbeugen

 

© Tijara Images/fotolia.com
 

Viele Tierhalter wähnen sich in der kalten Jahreszeit vor Flöhen in Sicherheit. Doch das war einmal…

Als unsere Wohnungen noch nicht so kuschelig warm gehalten wurden wie heutzutage, machten Flöhe eine Winterpause, denn ihre Lebensenergie, ihr Appetit auf Blut und Fortpflanzung sinkt bei niedrigen Temperaturen. So konnte man ab den ersten kalten Tagen die Flohbekämpfung weitgehend vergessen. Inzwischen haben sich aber unsere Hunde und Katzen an ein ständig angenehm gewärmtes Heim gewöhnt. Davon profitieren auch die unerwünschten Plagegeister. So wie Bello und Mieze finden sie es gemütlich in den warmen Stuben und denken nicht mehr an Winterruhe.

Werden Hund oder Katze im Laufe des Jahres einmal von Flöhen befallen, legen diese Tausende von Eiern. Die Floheier werden jedoch nicht auf dem Tier, sondern in der Wohnung (z. B. in Körbchen, Polstermöbeln oder Teppichen) abgelegt.

 

Flohkreislauf
 

Vor allem im Warmen entwickeln sich aus den Eiern schnell neue Flöhe, die Hund und Katze erneut befallen und wiederum Eier ablegen. Beheizte Räume bieten dafür optimale Bedingungen, sodass es gerade im Winter zu einer regelrechten Flohinvasion kommen kann. Zudem bleiben Ruhestadien der Flöhe, die Puppen, noch viele Monate gefährlich. Ohne Behandlung beginnt schnell ein Teufelskreis.

 

Flöhe – nicht nur lästig, auch gefährlich

Flohbefall führt zu quälendem Juckreiz. Betroffene Hunde und Katzen kratzen und beißen sich, es kommt zu Verletzungen und Entzündungen der Haut, teilweise sogar zu schweren Ekzemen. Bei wiederholtem Kontakt mit Flöhen kann sich eine Allergie gegen den Speichel der Parasiten entwickeln, die dauerhaft schwere Hauterkrankungen hervorrufen kann. Bei Hunden ist die Flohspeichelallergie die häufigste Hauterkrankung überhaupt. Außerdem sind Flöhe die wichtigste Überträgerquelle von Bandwürmern. Hunde und Katzen infizieren sich, wenn sie Flöhe bei der Fellpflege verschlucken. Auch können die Plagegeister mit dem Blut eines Tieres Krankheitserreger wie Viren oder Bakterien aufnehmen und diese beim nächsten Saugakt auf ein anderes Tier oder den Menschen übertragen. Denn Hunde- und Katzenflöhe können auch den Menschen befallen. Überdies kann starker Flohbefall besonders bei Welpen und kleinen Tieren zu einer lebensbedrohlichen Blutarmut führen.

 

Den Teufelskreis durchbrechen

Nur etwa 5% aller Flöhe finden sich als sichtbare Parasiten im Fell des Tieres. Um ein Flohproblem nachhaltig zu lösen, müssen also sowohl das Tier als auch die Umgebung direkt oder indirekt behandelt werden. Dazu muss strategisch vorgegangen werden. Deshalb sollte vor dem Einsatz jeglicher Mittel immer die tierärztliche Diagnose und Beratung stehen, auch der eigenen Gesundheit zu Liebe.

 

© Sindern/bpt

Erwachsene Flöhe auf Hund und Katze werden entweder mit modernen Flohhalsbändern oder Spot-On Produkten, die auf den Nacken aufgetragen werden, abgetötet. Ob ein derartiges Präparat erst bei der Entdeckung eines Flohs oder schon vorbeugend eingesetzt werden soll, hängt davon ab, wie häufig und intensiv der Kontakt zu anderen Tieren ist. Vorsicht: „natürliche“ Substanzen vertreiben bestenfalls einen Teil der Parasiten, töten sie aber nicht ab. Deshalb sind sie nicht zu empfehlen!

Für die Behandlung von Körbchen, Kissen, Sofas und Co. sind Umgebungssprays, Dampfreiniger oder Vernebler aus der Tierarztpraxis geeignet. Zusätzlich kann man  Katzen ganzjährig mit Medikamenten behandeln, die bewirken, dass sich aus den Eiern der Flöhe später keine neuen Plagegeister entwickeln. So wird der Teufelskreis dauerhaft durchbrochen.

Das 3-Punkte-Programm gegen Flöhe

  1. Behandlung von Hund und Katze mit dem Ziel, erwachsene Flöhe auf dem Tier möglichst schnell abzutöten.
  2. Behandlung der Umgebung zur Abtötung der Eier und Larven bzw. Behandlung des Tieres mit einem Präparat, das die Flöhe unfruchtbar macht.
  3. Ganzjähriger vorbeugender Flohschutz, um einen Neubefall zu verhindern.

Welche Maßnahmen für das einzelne Tier und seine Menschen zu welcher Zeit sinnvoll und gesundheitlich verträglich sind, erfährt man im Beratungsgespräch in der Tierarztpraxis.


Fotos: Tijara Images/fotolia.com, Sindern/bpt

 

 

 

Bundesverband Praktizierender Tierärzte e.V.

Katzen leiden häufig an Erkrankungen der unteren Harnwege (FLUTD)

 

Struvitsteine aus der Blase einer Katze
 

Unter der Bezeichnung FLUTD (engl. Feline Lower Urinary Tract Disease) werden verschiedene Erkrankungen der unteren Harnwege, also von Blase und Harnröhre, zusammengefasst. Die Erkrankungsursachen sind vielfältig. Die meisten Katzen erkranken an FLUTD zwischen dem zweiten und sechsten Lebensjahr, wobei für kastrierte Tiere ein erhöhtes Risiko besteht.

Weitere wichtige Risikofaktoren sind Übergewicht und ungeeignetes Trockenfutter, das zu einer Anreicherung bestimmter Mineralien mit Bildung von Kristallen im Urin führt. Ist die Konzentration dieser Struvit- und Kalziumoxalatkristalle zu hoch, entstehen Blasen- und Harnröhrensteine. Kristalle und Steine führen vor allem beim Kater zu Harnröhrenpfropfen, da seine Harnröhre enger und länger ist als die der Kätzin und daher leichter verstopft. Sind zusätzlich Bakterien beteiligt, verschlimmert sich das Krankheitsbild schnell zu einer schwerwiegenden Blasenentzündung. Allerdings lässt sich nur bei rund einem Drittel der von FLUTD betroffenen Katzen eine Grunderkrankung - wie Harnröhrenpfropfen, Steine oder Harnwegsinfektionen – feststellen. Bei den anderen Katzen findet sich keine fassbare Ursache für die Erkrankung. In diesem Fall spricht man von einer so genannten „idiopathischen FLUTD“, für deren Auftreten u. a. eine erbliche Veranlagung vermutet wird. Jede Art von Stress scheint diese Form der FLUTD allerdings zu begünstigen.

 

Wie erkennt man FLUTD?

 

Anatomie Harnwege

Harndrang, häufige Entleerung kleiner Urinmengen, Brennen und Schmerzen während des Urinabsatzes, blutiger Urin und Urinieren an ungewohnten Orten sind sichtbare Anzeichen einer FLUTD.

Wenn Sie also bei Ihrer Katze Folgendes beobachten:

 

  • sie sucht häufiger als sonst die Katzentoilette auf,
  • sie benötigt mehr Zeit für den Toilettengang und es ist dennoch nur ein ungewöhnlich kleiner Urinklumpen zu finden,
  • sie jammert beim Urinieren
  • sie setzt auch außerhalb der gewohnten Orte Urin ab,
  • der Urin ist blutig,
  • sie leckt sich vermehrt am Po

dürfen Sie auf keinen Fall abwarten. Die Katze muss sofort in einer Tierarztpraxis vorgestellt werden - auch am Wochenende. Eine Harnwegserkrankung ist nicht nur immer sehr schmerzhaft, es droht auch durch einen Rückstau des Urins ein bleibender schwerer Nierenschaden. Sollte sich gar ein Totalverschluss der Harnröhre entwickeln, droht ein lebensgefährlicher Blasenriss.

 

Wie erfolgt die endgültige Diagnose?

 

Struvitkristalle im Urin

Hinweisend sind die beschriebenen Symptome. Weiteren Aufschluss geben die Urinuntersuchung, ein Ultraschall oder auch eine Röntgenaufnahme. Benötigt man Urin für einen Check auf Bakterien, wird dieser meist durch Katheterisierung oder sterile Punktion gewonnen. Ergibt die mikroskopische Analyse Hinweise auf das Vorliegen von Kristallen, muss genau bestimmt werden, wie sie zusammengesetzt sind. Dies und der aktuelle Säuregrad (pH-Wert) des Urins entscheiden über die weitere Therapie.

 

Wie wird FLUTD behandelt?

In leichteren Fällen werden zunächst entkrampfende und schmerzstillende Injektionen verabreicht. Dramatisch ist der teilweise oder gar komplette Verschluss der Harnröhre. In der erforderlichen Narkose wird zunächst versucht, die verstopfenden Kristalle oder Steine mittels Katheter zu beseitigen. So wird der Abfluss des Urins wieder ermöglicht. Gelingt dies nicht, ist eine erweiternde Operation mit Verkürzung der Harnröhre unter Erhaltung der Schließmuskeln dringend geboten. Je nach Schwere des Falls werden zusätzlich Infusionen verabreicht, um den Kreislauf zu stabilisieren und die Nierentätigkeit aufrecht zu erhalten.

Ergibt die Urinuntersuchung das Vorhandensein von Bakterien, werden gezielt Antibiotika eingesetzt. Sind im Ultraschall oder beim Röntgen Blasensteine festgestellt worden, muss oft die Blase in einer Bauchoperation eröffnet und die Steine entnommen werden. In einigen Fällen gelingt es, Struvitsteine mit einer speziellen Diät aufzulösen.

Besteht der Verdacht auf eine idiopathische FLUTD, beginnt die Suche nach möglichen Stressfaktoren als Auslöser. Ein ausführliches Gespräch über die genauen Lebensumstände der Katze, möglicherweise verbunden mit einem Hausbesuch, ergeben erste Verdachtsmomente. Je nach Fall werden z. B. gezielte Veränderungen der Katzenumwelt wie etwa in der Gruppenzusammensetzung, beim Futter- oder Wasserplatz, dem Standort und der Anzahl der Katzentoiletten, der Katzenstreu und der allgemeinen Raumgestaltung vorgenommen. Vernebler oder Sprays (sog. Pheromone), die beruhigend und ausgleichend wirken, werden zur Unterstützung und Reduzierung von Stressfaktoren eingesetzt. Zusätzlich können Angst- und Stresslöser auf pflanzlicher oder chemischer Basis verschrieben werden.

Besonders wichtig ist die künftige Zusammensetzung des Futters. Je nach gefundener Stein- oder Kristallform werden spezielle tierärztliche Diäten verordnet, die die erneute Bildung von Kristallen lebenslang verhindern helfen. Da Übergewicht ein wichtiger Risikofaktor ist, sollten entsprechend veranlagte Katzen die kalorienreduzierte Version eines solchen Spezialfutters erhalten.

Gute Beobachtung und regelmäßige, lebenslange Urinkontrollen sind zur Verhinderung einer erneuten FLUTD unerlässlich.

Bedenken Sie: Auch zunächst harmlos erscheinende Verhaltensänderungen und Unsauberkeit können schwerwiegende Harnwegserkrankungen als Ursache haben. Bei rechtzeitiger Diagnose, konsequenter Therapie und Diät besteht jedoch eine gute Aussicht auf ein langes, beschwerdefreies Leben.

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Dr. med. vet. Kirsten König
Riedstr. 60
65439 Flörsheim am Main

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